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4 Learnings auf dem Weg zur guten Entscheiderin

Ich war Gast in dem Podcast „New Work Chat“ von Gabriel Rath. Das war mein erster wahrgenommener Podcast und es hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich war schon ein wenig nervös am Anfang. Irgendwie ist ja alles in „Stein gemeißelt“, was gesagt wird und man kann es nicht wegradieren. Dennoch freue ich mich darüber, dabei sein zu dürfen und auf die nächsten spannenden Projekte. Was mir an Podcasts gefällt, ist die Möglichkeit im Nachhinein zu prüfen, was man gesagt hat. Klar dachte ich mir, hier und da hättest du souveräner, geistreicher oder wie auch immer reagieren können, aber so ist das halt. Wobei ich an einer Stelle tatsächlich immer noch zu knabbern habe. Nicht, weil ich meine Aussage revidieren möchte, sondern weil mich die Frage als solche sehr inspiriert hat.


Was war dein größter Fehler?

Genau das war sie. Die eine Frage auf die ich keine Antwort fand. Und auch immer noch drüber nachdenke. Habe ich tatsächlich noch keine Fehler gemacht oder ist es meine innere Einstellung gegenüber Fehlern? Ich behaupte ja gerne, dass ich keine meiner Entscheidungen bisher bereut habe. Das würde ich auch weiterhin so sagen. Denn ich spreche hier nicht von alltäglichen, kleinen Entscheidungen, sondern von den tiefgreifenden Veränderungen. Denen, die das Schiff in eine andere Richtung lenken, bei denen der Ausgang völlig unklar war und die mich auf eine Reise der Selbsterfahrung gebracht haben, die ich nicht missen möchte. 

Was ist eine gute Entscheiderin?

Jede dieser Entscheidungen war schwer für mich. Bei keiner bin ich morgens aufgewacht und wusste, was ich als nächstes tun musste. Dabei halte ich mich für eine gute Entscheiderin. Für mich bedeutet das, dass ich in einer Situation, die neu für mich ist, das für mich beste entscheiden kann. Dass ich die möglichen Risiken und unterschiedlichen Ausgänge evaluieren kann und zu guter Letzt, dass ich nicht zurückschaue und denke: „Hättest du doch…“ Auch nehme ich mir angemessen Zeit dafür, indem ich nicht plötzlich die Entscheidung fälle, aber mir auch nicht ewig Gedanken mache, was denn nun richtig oder falsch sei. Ich entscheide halt einfach.

Aller Anfang ist schwer.

Dennoch sind die Entscheidungen nicht immer mit einem guten Gefühl einhergegangen. Im letzten Jahr habe ich beispielsweise oftmals gezweifelt, ob meine Entscheidung, meinen Job zu kündigen und mich in Vollzeit auf mein Promotionsvorhaben zu konzentrieren richtig war. Wie einfach habe ich es mir vorgestellt, weiterhin einen festen Rhythmus mit einer festen Struktur und einem regelmäßigen Gehalt zu haben. Stattdessen hing mein Fortschritt einzig und allein von meiner Willenskraft ab. Meine Willenskraft hat mich morgens aus dem Bett geschubst und mir Dampf unterm Hintern gemacht. Und wenn diese einmal schlapp gemacht hat, tja, dann habe ich das auch. 

Die Angst hinter der falschen Entscheidung

Die Angst zu Versagen und eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, ist allgegenwärtig. 2020 lief wohl für niemanden so wie ursprünglich vorgestellt. Dennoch kann ich klar sagen: „Die Entscheidung zu kündigen, war die einzig richtige für mich!“ Ich war unglücklich in meinem Job, habe mich gefragt, was ich da eigentlich jeden Tag tue und habe meine Motivation für das Thema verloren. Die Abwechslung der Promotion kam mir wie gerufen. Ich konnte mich wieder neu fokussieren, habe neue spannende Personen kennenlernen dürfen und mich ausgerichtet. Definitiv tat es weh und manchmal konnte ich nicht schlafen, lag stundenlang wach und habe mich in irreale Welten meiner Bücher reingeflüchtet. Aber ich habe mich von der Angst nicht hemmen lassen. Ich habe mich dieser gestellt und sie beim Namen genannt. Adam Grant hat im TedTalk zu seinem Buch „Think Again“ gesagt, dass wir der Angst einen Namen geben müssen, diese adressieren müssen, um ihr Herr zu werden. 

Und das mache ich jetzt. Ich gebe meiner Angst einen Namen. Ich habe Angst, irgendwann aufzuwachen und zu wissen, dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe und offenbar keine gute Entscheiderin bin. Das Ausdrücken und im Kopf visualisieren hilft mir, mich darauf zu besinnen, warum ich diese Entscheidung getroffen habe. Ich blicke zurück und schaue mir meinen Weg an und denke nicht ein einziges Mal bisher: „Shit, hättest du dich mal anders entschieden.“ Stattdessen denke ich: „Gott sei Dank hast du dich so entschieden. Rückblickend erkenne ich an, dass es nicht immer leicht war, aber die Person, die du heute bist, die wärst du anders nicht geworden.“ 

Meine 4 Learnings aus jeder Entscheidung

1. Zweifeln gehört dazu. Es lässt mich reflektieren und visualisieren, warum ich diesen Schritt gegangen bin. 

2. Keine meiner Entscheidungen war jemals unüberlegt. Ich habe mir immer viele Gedanken gemacht und pros und cons aufgeschrieben.

3. Jede Entscheidung ist einzigartig. Manche habe ich einfach so abgehakt und gut war. Wie beispielsweise die Entscheidung mich auf manche Stellen nicht zu bewerben. Andere verfolgen mich mehrere Jahre, so die nebenberufliche Promotion. 

4. Jede Entscheidung hat einen Einfluss auf das eigene Umfeld. Auch wenn ich dachte, es betrifft ja in erster Linie nur mich. 

Bin ich nun eine gute Entscheiderin?

 

Ich weiß es nicht. Aber bisher bereue ich meinen Weg nicht. In dem Moment der Entscheidung war es manchmal hart, aber bisher hat sich das alles gut angefühlt und gelohnt. 

 

Daher möchte ich ein Beispiel nicht vorenthalten. Die Gründung. Eine meiner bisher weitreichendsten Entscheidungen. Bis hierhin ist es steinig. Manchmal ist es wie jeden Morgen in kaltes Wasser zu springen und sich zu fragen, warum tue ich mir das an. Und manchmal wache ich auf und bin voller Elan und Tatendrang, obwohl ich mir die ganze Nacht Notizen gemacht habe und mich mal wieder on track gebracht habe – sowohl mental als auch strategisch. Ich lerne. Ich lerne verdammt viel. Ich lerne am meisten über mich selbst. Und dafür bin ich sehr dankbar. Wie immer habe ich keine Ahnung, wo genau mein Weg mich hinführen wird, aber der Weg ist mein Ziel und ich freue mich auf alles, was da kommen wird. Und am Ende werde ich zurückblicken und wissen, wofür das alles gut ist. Ich werde mich über jede einzelne Kaltwasserdusche freuen und mich daran mit einem Lächeln erinnern. Schließlich gibt einem eine kalte Dusche immer einen Extra-Kick Energie. 

 

Was macht für dich eine gute Entscheiderin aus? Mit dieser Frage wünsche ich dir einen wundervollen Start in die Woche.

Deine Zita <3

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Kommentare: 2
  • #1

    Gabriel Rath (Montag, 10 Mai 2021 08:45)

    Hey Zita, schöner Blogartikel. Viele Grüße aus Rostock.

  • #2

    Zita (Montag, 10 Mai 2021 09:16)

    Danke dir, Gabriel!